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Massnahmenliste

Kurse

Weiterbildungs- und Umschulungskurse

Mit dem Besuch eines Kurses bei qualifizierten Lehrpersonen können Sie Ihre beruflichen Qualifikationen verbessern und somit schneller eine neue Stelle finden.

Bedingungen zur Teilnahme an einem Kurs

Um an einem Kurs teilnehmen zu können, müssen Sie:
  • arbeitslos sein oder
  • gefährdet sein, in Kürze Ihre Stelle zu verlieren und
  • bei einem RAV angemeldet sein.

Wann ist ein Kurs ratsam?

Die Auswahl an Kursen ist gross. Ihr/e RAV-PersonalberaterIn wird Ihnen helfen, jenen Kurs zu finden, der Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Es werden Kurse in mehreren Bereichen angeboten: Informatik, Sprache, kaufmännische oder technische Weiterbildung, Grafik, Hotellerie, Gastronomie usw.

Fallbeispiel

Frau Schuler, seit mehreren Jahren Schuhverkäuferin in einem Laden am Stadtrand von Zürich, ist nach dem Konkurs ihres Arbeitgebers arbeitslos. Frau Schuler hat soeben geheiratet und wird sich nun in Bellinzona niederlassen, wo ihr Mann bereits eine Stelle als Küchenchef hat. Sie spricht zwar etwas Italienisch, aber nur wenig, und konnte seit ihrer Schulzeit keine Sprachkurse mehr besuchen. Trotz sehr guter Qualifikationen findet sie deshalb im Tessin keine Stelle in ihrem Beruf.
Deshalb rät ihr der RAV-Personalberater schon von Anfang an zu einem Intensivsprachkurs: Während dreier Monate soll sie drei Stunden täglich Italienisch lernen. Frau Schuler macht schnell Fortschritte und nach vier Monaten findet sie erneut eine Stelle als Verkäuferin, diesmal in einer Lederboutique.

Kursdauer

Die Dauer des Kurses richtet sich nach den Bedürfnissen. Sie kann zwischen einigen Tagen bis zu mehreren Wochen ausmachen.

Arbeitssuche: Immer eine Priorität!

Sie müssen während der ganzen Kursdauer weiter eine Stelle suchen.
Ausbildungspraktikum
Ziel des Ausbildungspraktikums in einer Firma oder Behörde ist es, Ihre Kenntnisse nach einer abgeschlossenen Ausbildung zu vertiefen. Damit steigen Ihre Chancen, rasch wieder eine Stelle zu finden. Die Dauer des Praktikums richtet sich nach Ihren Bedürfnissen, beträgt aber nicht mehr als drei Monate.

Teilnahmebedingungen

Um von dieser Massnahme profitieren zu können, müssen Sie ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) vorweisen können oder Ihre Ausbildung mit einem Diplom abgeschlossen haben. Sie müssen ferner arbeitslos und in einem RAV eingeschrieben sein.

Wann ist ein Ausbildungspraktikum ratsam?

Fallbeispiel

Herr Meier arbeitet seit sechs Monaten als kaufmännischer Angestellter in einer Firma in der Region Bern. Nach einer Restrukturierung wird Herr Meier entlassen. Obwohl er die Handelsschule mit einem ausgezeichneten Diplom abgeschlossen hat, stellt er fest, dass er einen Nachteil hat: Es fehlt ihm an Berufspraxis, und seine mündlichen und schriftlichen Französischkenntnisse lassen zu wünschen übrig.
Sein RAV-Personalberater schlägt ihm ein dreimonatiges Ausbildungspraktikum in der Verwaltung des Kantons Waadt vor, kombiniert mit einem Französischkurs. Dank seinen Fortschritten und den während des Praktikums erworbenen Kontakten findet Herr Meier nach Abschluss seines dreimonatigen Praktikums in der Verwaltung der Stadt Lausanne eine Anstellung.

Arbeitssuche: Immer eine Priorität!

Während des ganzen Praktikums müssen Sie weiterhin aktiv eine Stelle suchen.
Ausbildungszuschüsse

Zweck

Ausbildungszuschüsse ermöglichen Ihnen:
  • das Nachholen einer Grundausbildung oder
  • die Anpassung Ihrer bereits erworbenen Ausbildung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes.
Mit anderen Worten:
Verfügen Sie über keine abgeschlossene Berufsausbildung oder ist Ihre Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar? Dank der Unterstützung durch die Arbeitslosenversicherung wird Ihnen die Möglichkeit geboten, eine Berufslehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis zu absolvieren.

Dauer

Die Dauer dieser Massnahme ist auf drei Jahre begrenzt.

Teilnahmebedingungen

Voraussetzungen für den Genuss von Ausbildungszuschüssen:
  • mindestens 30-jährig 
  • arbeitslos 
  • beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet und
  • zusammen mit einer Firma, die sich Ihrer Ausbildung annehmen wird, ein Gesuch stellen
Über das Gesuch entscheidet das RAV.

Fallbeispiel

Frau Schneider ist 34-jährig und hat keinen Berufsabschluss. Sie hat verschiedene Hilfsarbeiten in Produktionsbetrieben ausgeübt. Seit sieben Monaten ist sie nun arbeitslos und findet trotz intensiver Suche keine Stelle. Nach Abklärungen beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) und bei der Berufsberatungsstelle beschliesst sie, mit Hilfe von Ausbildungszuschüssen eine dreijährige Lehre zur Fachfrau Gesundheit FAGE zu absolvieren.
Teilnahme in einer Übungsfirma

Übungsfirmen

Sie möchten im Handel Erfahrungen sammeln oder eine Zusatzausbildung absolvieren? In diesem Fall ist eine Übungsfirma genau das Richtige für Sie. Dank dem Prinzip "learning by doing" (eine Arbeit lernen, indem sie verrichtet wird) können Sie in einem praxisnahen Umfeld Erfahrungen und neue Berufskenntnisse sammeln. Damit erhöhen sich Ihre Chancen, schneller in die Arbeitswelt zurückzukehren.

Handel, Handwerk und Technik

Die Übungsfirmen simulieren alle Wirtschaftsbranchen:
  • So kauft und verkauft eine Firma im Handelsbereich zum Beispiel zusammen mit anderen Übungsfirmen fiktive Produkte. Durch die verschiedenen Vorgänge zwischen den Firmen können Sie wirkliche Arbeiten in den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Buchhaltung, Banken usw. erledigen.
  • In den Branchen Handwerk und Technik, um ein weiteres Beispiel zu nennen, können Sie Arbeiten in den Bereichen Herstellung, Konstruktion, Konzeption usw. erledigen. Damit erwerben Sie Berufspraxis oder lernen neue Techniken.

Teilnahmebedingungen

Sie müssen arbeitslos und bei einem RAV gemeldet sein sowie die Unterstützung Ihrer RAV-Personalberatenden erhalten, um die Arbeit in einer Übungsfirma aufnehmen zu können.

Haben Sie das richtige Profil?

Diese Massnahme ist für Personen geeignet, deren Mangel an direkter praktischer Erfahrung sich bei der Arbeitssuche als nachteilig erweist. Priorität hat folgendes Zielpublikum:
  • junge Arbeitslose direkt nach der Lehre
  • WiedereinsteigerInnen

Fallbeispiel

Frau Moser ist 42-jährig. Sie hat sich viele Jahre der Erziehung ihrer Kinder gewidmet. Bei der Scheidung kompliziert sich die finanzielle Situation von Frau Moser, so dass sie wieder Arbeit sucht. Sie merkt schnell, dass sich die Arbeitsabläufe radikal verändert haben und sie nur schwer Arbeit findet. Deshalb meldet sie sich bei einem RAV.
Um ihren Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, rät ihr Beratende zu einem Praktikum in einer Übungsfirma, in der sie voll in die Arbeitswelt eintauchen kann. Er schlägt ihr ausserdem einen Kurs in Büroinformatik vor. Die sechs Monate in einer Übungsfirma werden ihr, zusammen mit dem Kurs in Büroinformatik, die Türen auf dem Arbeitsmarkt öffnen.

Dauer der Massnahme

Die Dauer beträgt im Prinzip sechs Monate.

Arbeitssuche: Immer eine Priorität!

Während der Dauer Ihrer Arbeit in der Übungsfirma müssen Sie weiter aktiv eine Stelle suchen. Dabei muss die Arbeitssuche mit den in der Firma geltenden Arbeitszeiten vereinbar sein.
Einarbeitungszuschüsse
Einarbeitungszuschüsse können dann ausgerichtet werden, wenn Sie eine spezifische Einarbeitung in ein Sachgebiet benötigen, um das vom Arbeitgeber erwartete Leistungsniveau zu erreichen.
Setzen Sie die Arbeitgeber, mit welchen Sie schon in Kontakt sind, über diese Massnahme in Kenntnis. Dies kann ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen Arbeitsstelle sein!

Unter welchen Bedingungen werden Zuschüsse ausgerichtet?

Sie müssen arbeitslos und beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet sein. Zusammen mit einer interessierten Firma stellen Sie beim RAV ein entsprechendes Gesuch. Das RAV entscheidet über Ihr Gesuch.

Dauer

Die Dauer der Einarbeitungsphase richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Versicherten, beträgt jedoch längstens sechs Monate. Es werden im Durchschnitt 40% des Lohnes finanziert.
In Ausnahmefällen sowie bei über 50-jährigen Versicherten können bis zwölf Monate Einarbeitungszuschüsse gewährt werden; bei Letzteren beträgt der Finanzierungsgrad 50% ihres Verdienstes.

Fallbeispiel

Herr Peter ist 48-jährig und seit acht Monaten arbeitslos. Bis zu seiner Arbeitslosigkeit war er als Postkurier in einer Grossbank tätig. Nun erhält er ein Stellenangebot von einer Versicherungsfirma, bei der er im Sicherheitsdienst arbeiten könnte. Da er noch nie in dieser Branche tätig war, ist eine längere Einarbeitungszeit notwendig. Dank der Einarbeitungszuschüsse stellt der Arbeitgeber Herrn Peter ein. Die Arbeitslosenversicherung übernimmt dabei während sechs Monaten 40 Prozent des Lohnes von Herrn Peter.
Motivationssemester
Das Motivationssemester ist eine speziell für Jugendliche konzipierte Massnahme. Das Motivationssemester setzt sich in der Regel aus einem Beschäftigungs- und einem Bildungsteil zusammen. Sie können daran teilnehmen, wenn Sie nach dem Abschluss der obligatorischen Schule oder Matura arbeitslos sind oder Ihre Lehre, das Gymnasium oder eine andere weiterführende Schule abgebrochen haben.

Dauer

Das Motivationssemester hat zum Ziel, Ihnen eine feste Struktur zu bieten und die Wahl eines Bildungsweges zu ermöglichen. In der Regel dauert die Teilnahme vier bis sechs Monate.

Teilnahmebedingungen

  • Sie sind arbeitslos und haben sich beim RAV angemeldet
  • Sie haben die obligatorische Schule abgeschlossen und haben noch keine Lehrstelle gefunden oder
  • Sie mussten die Lehrzeit oder Schulausbildung aus irgendeinem Grund abbrechen

Fallbeispiel

Julia ist suchtgefährdet. Während der obligatorischen Schulzeit war ihr Verhalten nicht auffällig. Ihre Eltern sind sehr dominant und ihr älterer Bruder verfügt über keine Ausbildung. Julia findet nach dem Eintritt ins Motivationssemester schnell Kontakt zur Gruppe. Sie erfährt eine gewisse Stabilisierung. Auffällig sind aber die vielen Absenzen, die Unzuverlässigkeit und die ziellose Stellensuche.Julia lässt sich zwar schnell für etwas begeistern, aber ebenso schnell kann sie das Interesse an einer Sache wieder verlieren.
Nach einigen Monaten kann sie sich auf eine bestimmte Ausbildungsrichtung (Verkauf) festlegen und „schnuppert“ in verschiedenen Betrieben. Julia findet schliesslich einen Lehrbetrieb, dessen Ausbildungsverantwortlicher trotz einiger Bedenken gewillt ist, ihr eine Lehrstelle anzubieten. Die Verantwortlichen des Motivationssemesters handeln mit dem Betrieb aus, dass Julia die Möglichkeit erhält, eine berufliche Grundbildung mit eidg. Berufsattest (EBA) zu absolvieren. Der Betrieb fordert von Julia allerdings Beharrlichkeit.
Das Betreuungsteam des Motivationssemesters wird Julia deshalb bis zum Lehrbeginn begleiten und intensiv schulische Lücken aufarbeiten. Zurzeit absolviert Julia im künftigen Lehrbetrieb ein längeres Praktikum. Alle hoffen, dass sie im Sommer ihre Attestausbildung  beginnen kann.

Möchten Sie mehr darüber wissen ?

Lesen Sie die Auswertung der Umfrage bei den Motivationssemestern der Schweiz 2014/2015.
Teilnahme an einem Programm zur vorübergehenden Beschäftigung

Ziel

Ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung erlaubt Ihnen eine berufsnahe Tätigkeit auszuüben, welche zum Ziel hat, Ihre beruflichen Schlüsselqualifikationen einzusetzen und zu vertiefen. Das Ziel dieser Programme ist
  • die Erhaltung bzw.
  • die Verbesserung Ihrer Arbeitsfähigkeit.
Mit Hilfe des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) finden Sie ein für Sie geeignetes Programm.
Die Programme zur vorübergehenden Beschäftigung werden in verschiedenen Sektoren organisiert
  • Natur und Umweltschutz
  • Sozialeinsätze (Kinder, Betagte usw.)
  • Recycling
  • Arbeiten in der Verwaltung

Sie können auch einen Kurs besuchen

Während der ganzen Programmdauer haben Sie die Möglichkeit, einen Kurs zu besuchen (in der Regel an einem Tag pro Woche). Erkundigen Sie sich bei Ihrem RAV-Personalberatende!

Dauer der Massnahme

In der Regel dauert ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung sechs Monate. In speziellen Fällen kann es verlängert werden. Dies ist aber nur mit der Einwilligung des RAV möglich. Die Arbeitszeit ist gleich wie in der Privatwirtschaft.

Teilnahmebedingungen

Um von dieser Massnahme profitieren zu können, müssen Sie arbeitslos und beim RAV angemeldet sein.

Wann ist ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung ratsam?

Fallbeispiel

Herr Unger, 40-jährig, arbeitet seit 20 Jahren als Drucker in einem Grossbetrieb. Aufgrund betrieblicher Restrukturierungen und der Einführung eines neuen Druckverfahrens kann er von seinem Arbeitgeber nicht weiter beschäftigt werden. Herr Unger erhält ein Kündigungsschreiben und meldet sich sofort beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) an. Der RAV-Personalberatende stellt nach Gesprächen mit Herrn Unger fest, dass dessen Berufskenntnisse veraltet sind und er keine Kenntnisse der modernen Druckverfahren besitzt. Sie meldet ihn deshalb bei einem speziell für arbeitslose Drucker organisierten Programm zur vorübergehenden Beschäftigung an. Im integrierten Bildungsteil lernt Herr Unger die neusten und gängigsten Druckverfahren kennen. Die neu erworbenen Kenntnisse kann er im Beschäftigungsteil praktisch umsetzen, indem er für den Druck einer projektinternen Zeitschrift mitverantwortlich ist.
Herr Unger sucht während des Einsatzes weiter Arbeit. Er wird von mehreren Betrieben zu einer zweitägigen Eignungsabklärung eingeladen. Bereits beim zweiten Betrieb hat er Glück und bekommt eine Stelle angeboten. Nach sechs Monaten im Programm zur vorübergehenden Beschäftigung freut er sich, wieder eine Festanstellung gefunden zu haben.

Arbeitssuche: Immer eine Priorität!

Auch während der ganzen Programmdauer müssen Sie weiter aktiv eine Stelle suchen.
Berufspraktikum

Ziel

Ein Praktikum in einem privaten Unternehmen bietet Ihnen die Möglichkeit, erste Berufserfahrungen zu sammeln oder berufliche Kenntnisse zu vertiefen. Die dabei entstehenden Kontakte erhöhen Ihre Chance auf einen Stellenantritt im angestammten oder in einem verwandten Beruf.

Dauer

Die Teilnahme an einem Berufspraktikum ist während maximal sechs Monaten möglich.

Teilnahmebedingungen

Sie sind arbeitslos und beim RAV angemeldet. Zudem verfügen Sie über eine abgeschlossene Ausbildung, aber noch keine Berufserfahrung oder Sie finden trotz Berufserfahrung keine Stelle.

Fallbeispiel

Herr Sargenti hat seine Lehre als kaufmännischer Angestellter erfolgreich abgeschlossen. Aufgrund fehlender Berufspraxis findet er trotz intensiver Suche keine Stelle. Sein RAV-Personalberatende vermittelt ihm ein Praktikum im Sekretariat eines Grossverteilers. Aufgrund der direkten Kontakte wird Herr Sargenti nach vier Monaten von einem Kunden seines Praktikumbetriebes eine Stelle als Sachbearbeiter im Einkauf angeboten, welche Herr Sargenti auch annimmt.

Arbeitssuche: Immer eine Priorität!

Auch während des ganzen Praktikums müssen Sie weiter aktiv eine Stelle suchen.
Förderung der selbstständigen Tätigkeit
Die Arbeitslosenversicherung unterstützt die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit,
  • indem Sie während der Planungsphase von höchstens 90 Tagen die üblichen Taggelder beziehen können und von der Stellensuche befreit werden und/oder
  • ein Teil des Verlustrisikos für Ihr geplantes Unternehmen übernommen wird.

Bedingungen

  • Sie sind ohne eigenes Verschulden arbeitslos geworden,
  • haben sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet und
  • sind mindestens 20 Jahre alt.
Ob die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit unterstützt werden kann, entscheidet der/die PersonalberaterIn des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums. Sie sind verpflichtet, dem/der PersonalberaterIn ein Grobkonzept zu unterbreiten. Daraus muss ersichtlich sein, ob die geplante selbstständige Erwerbstätigkeit sowohl dauerhaft als auch wirtschaftlich tragfähig ist.

Fallbeispiel

Herr Müller ist 44-jährig und seit sechs Monaten arbeitslos. Bis zu seiner Arbeitslosigkeit hat er als Gärtner beim Kanton gearbeitet. Mit zunehmender Dauer seiner Arbeitslosigkeit reift in ihm die Idee, sich selbständig zu machen.
Aufgrund von Gesprächen mit seinem RAV-Personalberatende entscheidet er sich zur Eröffnung eines eigenen Gartenbaugeschäftes. In der Folge reicht er beim Personalberatende ein Grobkonzept sowie ein Gesuch um besondere Taggelder ein, welche ihm auch bewilligt werden. Herr Müller hat nun die Möglichkeit, sein Projekt während rund vier Monaten zu planen und anschliessend sein eigenes Geschäft zu eröffnen.
Pendlerkosten- und Wochenaufenthaltsbeiträge

Pendlerkosten- und Wochenaufenthalterbeiträge

Diese Massnahme bezweckt die Förderung Ihrer geographischen Mobilität und will verhindern, dass Ihnen aufgrund eines Stellenantritts ausserhalb Ihres Wohnortes ein finanzieller Nachteil entsteht.
Die Pendlerkostenbeiträge dienen dabei der, mindestens teilweisen, Abgeltung der Reisekosten, welche durch das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort verursacht werden.
Liegt der Arbeitsort so weit vom Wohnort entfernt, dass für Sie tägliches Pendeln nicht mehr angemessen erscheint, werden Ihnen Wochenaufenthalterbeiträge zugesprochen. Die Arbeitslosenkasse wird in solchen Fällen einen Beitrag an die effektiven Reise- sowie an die Verpflegungs- und Unterkunftskosten am Arbeitsort entrichten.

Dauer

Pendlerkosten- und Wochenaufenthalterbeiträge können während maximal sechs Monaten geltend gemacht werden.

Bedingungen

Sie müssen beim RAV angemeldet sein. Sie haben keine Arbeit in Ihrer Wohnregion gefunden und haben deshalb eine Stelle ausserhalb Ihrer Wohnregion angenommen. Zudem müssen Sie dadurch gegenüber Ihrer letzten Stelle eine finanzielle Einbusse erleiden. Das zuständige RAV informiert Sie über weitere Bedingungen, die zu erfüllen sind.

Fallbeispiel

Herr Minder wohnt in Bern und ist Ingenieur ETH mit langjähriger Erfahrung im Maschinenbau. Trotz intensiver Stellensuche in der Region ist er seit vier Monaten arbeitslos. Nun bewirbt er sich um eine Stelle in Lausanne, die auf ihn wie zugeschnitten scheint.
Nach einem aufwändigen Ausleseverfahren entscheidet sich die Firma für Herrn Minder. Mindestens ein Teil der durch das tägliche Pendeln vom Wohn- zum Arbeitsort entstehenden Bahnkosten werden ihm nun während höchstens sechs Monaten mittels Pendlerkostenbeiträgen vergütet.
Spezielle Massnahmen bei Massenentlassungen

Betriebliches Arbeitsmarktzentrum (BAZ)

Das BAZ wird von einem Unternehmen betrieben, welches aus wirtschaftlichen Gründen Personal abbaut und ist in der Regel zeitlich auf die Kündigungsfrist der TeilnehmerInnen begrenzt. Das BAZ soll zu einem möglichst frühen Zeitpunkt und in der gewohnten betrieblichen Umgebung den von Arbeitslosigkeit bedrohten ArbeitnehmerInnen jene Dienste (Beratung, Stellenvermittlung, Hilfe bei Stellenbewerbung, Kurs usw.) anbieten, die es dem Stellensuchenden ermöglichen, vor Eintritt der Arbeitslosigkeit eine neue Stelle zu finden. Das BAZ ist eine kostengünstige und frühzeitige Alternative zur Transferorganisation.

Transferorganisation

Was ist das?

Eine Transferorganisation ist eine Institution, welche die von einer Massenentlassung betroffenen und schwer vermittelbaren Personen mit einem breit gefächerten professionellen Angebot unterstützt. Dies umfasst in der Regel die aktive Arbeitsplatzsuche, die Vorbereitung für eine selbstständige Erwerbstätigkeit, die Suche nach Zwischenverdienstmöglichkeiten, Weiterbildungsmassnahmen sowie Einsätze in Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung. Die Projektierung und Organisation einer Transferorganisation erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem Betrieb, der die Massenentlassung vornimmt, und der zuständigen kantonalen Amtsstelle.

Formalitäten

Die Betroffenen werden am Ende der Kündigungsfrist in die Transferorganisation übernommen. Um von der intensiven Betreuung so früh wie möglich zu profitieren, können die Entlassenen – falls der ehemalige Arbeitgeber einverstanden ist – bereits vor Ablauf der Kündigungsfrist in die Transferorganisation übertreten. Die Entlöhnung erfolgt jedoch in diesem Fall weiterhin durch den Arbeitgeber. Zudem gelten die verschiedenen Bestimmungen der Arbeitslosenversicherung erst nach Ablauf der Kündigungsfrist.