Julia ist suchtgefährdet. Während der obligatorischen Schulzeit war ihr Verhalten nicht auffällig. Ihre Eltern sind sehr dominant und ihr älterer Bruder verfügt über keine Ausbildung. Julia findet nach dem Eintritt ins Motivationssemester schnell Kontakt zur Gruppe. Sie erfährt eine gewisse Stabilisierung. Auffällig sind aber die vielen Absenzen, die Unzuverlässigkeit und die ziellose Stellensuche.Julia lässt sich zwar schnell für etwas begeistern, aber ebenso schnell kann sie das Interesse an einer Sache wieder verlieren.
Nach einigen Monaten kann sie sich auf eine bestimmte Ausbildungsrichtung (Verkauf) festlegen und „schnuppert“ in verschiedenen Betrieben. Julia findet schliesslich einen Lehrbetrieb, dessen Ausbildungsverantwortlicher trotz einiger Bedenken gewillt ist, ihr eine Lehrstelle anzubieten. Die Verantwortlichen des Motivationssemesters handeln mit dem Betrieb aus, dass Julia die Möglichkeit erhält, eine Anlehre zu absolvieren. Sollte Julia die Anlehre erfolgreich bewältigen, kann sie mit einem zusätzlichen Ausbildungsjahr den Lehrabschluss nachholen. Der Betrieb fordert von Julia allerdings Beharrlichkeit.
Das Betreuungsteam des Motivationssemesters wird Julia deshalb bis zum Lehrbeginn begleiten und intensiv schulische Lücken aufarbeiten. Zurzeit absolviert Julia im künftigen Lehrbetrieb ein längeres Praktikum. Alle hoffen, dass sie im Sommer ihre Anlehre beginnen kann.