
Interinstitutionelle Zusammenarbeit heisst Koordination. Koordiniertes Miteinander im Dienst der betroffenen Menschen und koordinierte Bemühungen aller Institutionen, die Ausgliederung aus dem Erwerbs- und Gesellschaftsleben zu verhindern. Wie im oben erwähnten Beispiel erläutert ist eine versicherungsübergreifende Koordination derjenigen Fälle, die in mindestens zwei Institutionen angemeldet sind oder seit langem in den Systemen drehen, wichtig. IIZ Kunden sind grundsätzlich schwieriger zu vermitteln. Sie laufen Gefahr, in unseren Versicherungssystemen von einem zum anderen abgeschoben zu werden. Um das zu verhindern, wurde in den letzten Jahren im Rahmen von IIZ Projekten zwischen Invalidenversicherung, Sozialdienst und Arbeitslosenversicherung eine Zusammenarbeit aufgebaut, die eine Koordination der Eingliederung ermöglicht.
Systemübergreifendes, vernetztes Handeln muss in den einzelnen Institutionen gelernt und dauernd weiter entwickelt werden.
Wenn verschiedene Institutionen an der arbeitsmarktlichen Reintegration von Stellensuchenden beteiligt sind, können sich einige Problemfelder ergeben:
Die Resultate sind vielfältig. Neben vielen erfolgreichen Stellenvermittlungen, die pro Fall jährlich zehntausende Franken einsparen, werden Kunden in arbeitsmarktbefähigende Arbeitsstrukturen zugewiesen, werden Rentenentscheide schneller entschieden, nehmen IIZ-Kunden ihre Zukunft aktiver in die Hand. Der Informationsaustausch zwischen den IIZ Partnern wird dank IIZ deutlich verbessert. Dies beeinflusst die täglichen Entscheide aller beteiligten Institutionen. Die Qualität der Beratung und Betreuung von Kunden, welche bei mehreren Sozialversicherungen angemeldet sind, wird gefördert und enthält eine klar koordinierte, institutionsübergreifende Eingliederungsstrategie. Die Prozesse an den Schnittstellen der Institutionen werden beschleunigt. Das fördert die rasche Eingliederung. Der Kunde ist aus einer Hand informiert und weiss um die übergreifende Koordination.
Ihr RAV-PersonalberaterIn kann Sie unterstützen und darüber informieren, wo sich die nächste IIZ-Anlaufstelle befindet.
Sebastian Schneider ist gelernter Zimmermann und erleidet einen Arbeitsunfall. Bald steht fest, dass er seinen rechten Arm für bestimmte Tätigkeiten nicht mehr einsetzen kann. Der Arzt hat ihn arbeitsunfähig geschrieben. Nach einiger Zeit verliert Sebastian Schneider seine Tagesstruktur. Es entstehen zunehmend Streitigkeiten mit seinen Freunden und der Familie, der Alkohol wird immer wichtiger.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Invalidenversicherung mitten in den Abklärungen und Sebastian Schneider beansprucht noch kein Arbeitslosengeld. Die RAV-Personalberaterin erarbeitet mit Sebastian Schneider einen Massnahmenplan.
Erster Schritt dabei ist, dass der Arzt einwilligt, Sebastian Schneider für eine Tätigkeit in einer arbeitsmarktlichen Massnahme arbeitsfähig zu erklären. Innerhalb dieser arbeitsmarktlichen Massnahme wird getestet, welche Tätigkeiten er mit dem verletzten Arm wie lange ausführen kann. Gleichzeitig beschäftigt sich Sebastian Schneider konkret mit der Vorstellung, den Rest seines Arbeitslebens in einem ganz anderen Tätigkeitsgebiet zu verbringen. Sebastian Schneider erhält wieder eine Tagesstruktur und entwickelt berufliche Perspektiven. Damit lässt der Druck in seinem Umfeld nach - er fühlt sich besser und kann damit motiviert über seine Zukunft nachdenken. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht klar, wohin sie ihn führen wird, doch stehen die Chancen für eine erfolgreiche Umorientierung gut.
IIZ Interinstitutionelle Zusammenarbeit IIZ-Plus erweiterte Interinstitutionelle Zusammenarbeit Association romande et tessinoise des institutions d'action sociale Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe IV-Stellen-Konferenz IV-Stelle des Wohnkantons Bundesamt für Sozialversicherung SUVA